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Alt 16.10.2017, 08:18
haubentaucher haubentaucher ist offline
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Zur Planung wird abschließend gesagt:
"Kennzeichne die alternativen Anlandemöglichkeiten um im Notfall die Tour abzubrechen. Denke an den Wind- und Strömungsversatz. Plane ausreichende Pausen."
Wer das beherzigt, der sollte keine Probleme mit seiner Kondition kriegen, die dann zu einem Sicherheitsrisiko für ihn werden.

zur Tide heißt es: "Die Tide ... bei uns an der deutschen Nordseeküste ... hat einen sinusförmigen Verlauf."
Dass das bei Lars an der Nordseeküste so ist, stelle ich nicht in Abrede, denn er wird sein Revier kennen.
An anderen Stellen ist das aber völlig anders, wo der Tidenverlauf kaum noch an einen Sinus erinnert. Ein besonders prägnantes Beispiel ist der Tidenverlauf bei 'Hoek van Holland', wo man lange vor Niedrigwasser eine (fast) Stillwasserphase haben kann, bevor dann mit erneuten Einsetzen eines leichten Neerstroms endlich Niedrigwasser erreicht wird.

Dann gibt es Orte, wo ein starker Strom innerhalb einer viertel Minute kentert, wie berüchtigterweise vor Oostvlieland. An den Wasserständen kann man das dort nicht ablesen. Wasserstände können zwar ein Hinweis auf Strom sein, sind je nach Örtlichkeiten aber zu wage. Das Bsp. Oosvlieland zeigt das. Der Strom speist sich aus großen Wattenflächen, deren Priele vor Oosvlieland zusammenlaufen, durch ein dort sehr schmales Priel gepresst werden und schließlich nördlich ins Seegatt münden.

Ein hoffentlich nicht zu verbreitete, aber sehr irrige Annahme ist die, dass nach HW der Strom wenigstens in etwa entlang der Priele läuft - was er natürlich nicht tut und nicht kann. Die Priele sind zu dem Zeitpunkt überflutet und der Strom verläuft anfangs, teils sogar einige Stunden quer zu manchen Prielen.

In einem stark motorisierten Boot wird man davon wenig merken, aber gerade mit begrenzten Ressourcen beim Antrieb sollte man sich nicht auf sein Gefühl und sein Glück verlassen, sondern einen Stromatlas und Tidenkalender zusammen nutzen. Die Wasserstandsangaben im Tidenkalender sind wichtig für die Schiffahrt, aber für den Kanuten zählen stärke und Richtung des Stroms mehr. So einen Stromatlas kann man viele Jahre nutzen, was die Anschaffung weniger schmerzlich gestaltet.

Gruß, Chris
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