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  #1  
Alt 12.10.2017, 14:00
Udo Beier Udo Beier ist offline
Administrator
 
Registriert seit: 23.01.2007
Beiträge: 1.388
Frage Küstenkanuschlendern, -wandern …………………..

Ahoi!

Ja, was habe ich mir mit dieser nach oben offenen Aufzählung gedacht?

Nun, zunächst denke ich an „Seetüchtigkeit“:

=> www.kanu.de/nuke/downloads/Seetüchtigkeit.pdf

und dann an die „Küstenkanuschlenderer“ unter uns, die bloß ein „bisschen“ seetüchtig zu sein brauchen. Paddeln sie doch nur ab & an auf dem Meer und dann vorzugsweise wenige Kilometer dicht entlang der Küste. Wobei ihnen diese Küste jederzeit die Gelegenheit bietet, bei einer Verschlechterung der Gewässerbedingungen, möglichst umgehend sicher anzulanden und auszusteigen.

Mehr aber möchte ich nicht über diesen „Schlenderer-Typ“ schreiben; denn jedes Zugeständnis, auf diesen oder jenen Aspekt der Seegangstüchtigkeit verzichten zu können, könnte die Ursache dafür sein, dass irgendwann doch einmal aus einer Kenterung ein Seenotfall wird. Ich erinnere mich dabei z.B. an jene beiden nord-amerikanischen Bergsteiger, die lt. „Sea Kayaker“ sich auf dem Weg zu einem an der Küste liegenden Berg Kajaks mieteten, um sich den beschwerlichen Anmarsch übers Land zu ersparen. Unterwegs wurde sie unmerklich vom ablandigen Wind hinausgetrieben. Als sie merkten, dass der Seegang immer größer wurde, fehlten ihnen jedoch nicht nur die nötigen Seegangserfahrungen, sondern auch die Kraft gegen den Wind zurück ans nicht weit entfernte Ufer zu paddeln. Irgendwann kenterten sie, trieben immer weiter raus und ertranken, da es ihnen nicht gelang, wieder zurück in ihre Seekajaks zu steigen.

Seegangs- & Reisetüchtig

Demgegenüber erwarte ich jedoch von einem „Küstenkanuwanderer“, dass er ohne Einschränkungen seetüchtig ist. Dazu zählt nicht nur die „Seegangstüchtigkeit“ und „Navigationstüchtigkeit“, sondern auch die „Verkehrs-, Kenter-, Reise- und Seenottüchtigkeit“. Besonders hervorzuheben möchte ich dabei die:
  • „Seegangstüchtigkeit“ (=> die Fähigkeit, mit dem Kajak auch noch im unerwartet brechenden Seegang paddeln zu können)
  • und die „Reisetüchtigkeit“ (=> u.a. die Kondition, um auch mal 2-3 Std. ohne Pause paddeln zu können).
Als Fahrtenleiter bzw. Ausbilder machen wir es uns bei der Auswahl der Teilnehmer häufig etwas leicht; denn mit dem Checken z.B. der folgenden Kriterien:
  • „Hast du ein Seekajak?“
  • „Bist du schon mal gekentert?“
  • „Kannst du nach einer Kenterung wieder einsteigen?“
  • „Was bist du denn so gepaddelt?“
ist es allein nicht getan. Unabdingbar ist es neben noch anderen Vorbedingungen der Seetüchtigkeit, dass der einzelne Teilnehmer auch „brandungstüchtig“ ist und über die genügend Kondition verfügt.

Es geht nicht an, dass wir mit Kanuten aufs Meer hinaus paddeln, ohne dass sie wissen, wie sie sich bei brechendem Seegang zu verhalten haben. Deshalb schalte ich bei einem EPP-3-Küsten-Kurs stets Brandungsübungen voraus, und zwar zum einen im Hallenbad (=> Seitwärts-Surf-Seilzugübungen) und zum anderen draußen an einem Strand. Wobei die Übungen am Strand sich möglichst über 2 Tage erstrecken, während denen das Starten/Anladen durch die Brandung und der Surf bei seitlicher/achterlicher Brandung geübt wird.

Außerdem ist es unabdingbar, dass die Kanuten konditionell in der Lage sind, unterwegs auf dem Wasser mitzuhalten. Spätestens bei den Brandungsübungen könnte sich wohl ein Ausbilder einen ersten Eindruck von der Fitness des einzelnen Kanuten verschaffen. Aber wenn er dann erkennt, dass ein Kanute zu schwach ist, um mit den anderen mitzuhalten, dann ist es schon fast zu spät. Die Auslese muss daher schon vorher getroffen werden. Bedingt erreiche ich das mit der Vorgaben an die Teilnehmer,
  • im letzten Jahr ca. 500 km
  • und in den letzten 6 Wochen vor dem Kurs 100 km
gepaddelt zu sein. Ein 2.000-km-Kanute schmunzelt ob dieser Vorgaben, aber jeder fängt mal ganz klein an. Und in Anbetracht dessen, dass während eines (4-tägigen) EPP-3-Küste-Kurses an die 100 km gepaddelt werden, erscheinen mir die verlangten Vorleistungen für zumutbar. Praxisnäher und aussagekräftiger wäre es natürlich, wenn ich vorher mit den gemeldeten Teilnehmern z.B. am Wesermarathon (Gold) teilnähme. Spätestens dann hätten die Teilnehmer gezeigt, dass sie über:
  • die nötigen „Paddelreflexe“,
  • die nötige Kondition
  • und den nötigen „Durchhaltewille“
verfügen, also jene drei Eigenschaften, die Kanutinnen und Kanuten benötigen, wenn sie unterwegs auf dem Meer unerwartet & plötzlich etwas länger gegen einen 5er bis 6er Wind anpaddeln müssen.

Europäischer Paddel-Pass (EPP)

Übrigens, in den bis 6/17 gültigen EPP-3-Küste-Bedingungen finden wir in Sachen Kondition die folgenden Vorgaben:
„3 Std. Paddeln bei Küste I-II (bis ca. 4 Bft. Wind) im Einer-Kajak mit 2 kurzen Pausen, ca. 15 km; … 500 km im letzten Jahr“.
Bei den novellierten Bedingungen fehlen nunmehr solche konkret abprüfbaren Angaben:
„Den EPP Deutschland-Stufe 3 erhalten Personen, die das Kanu-Fahren auf Zahmwasser bereits erlernt haben und ihre Kenntnisse nunmehr soweit vertieft haben, dass sie besser gerüstet an mäßig schwierigen Fahrten … an der Küste teilnehmen können.“
Das ist wenig verständlich; denn der „EPP-Deutschland“ wird doch vom DKV als „Das Kanu-Sportabzeichen“ herausgestellt. Sport aber wird allgemein stets mit der Erbringung einer körperlichen Leistung in Verbindung gebracht, die immer auch eine gewisse körperliche Kondition voraussetzt. Auf die Vorgabe einer mittel- und kurzfristigen Kilometerleistung sollte daher nicht verzichtet werden. Letztlich ist das auch im Interesse eines Ausbilders/Fahrtenleiters, der ja dafür zuständig & verantwortlich ist, schwächelnde Kursteilnehmer unversehrt zurück ans Land zu bringen. Last not least ist dabei auch an die fitten Teilnehmer zu denken, die – nach dem allgemein anerkannten Gruppen-Motto:
„Der Langsamste bestimmt den Kurs & und das Tempo!“

- zurückstecken müssen, nur weil einzelne Mitpaddler eigentlich lieber „schlendern“ statt „wandern“ wollen.

Gruß aus Hamburg:
__________________
Udo Beier

Geändert von Udo Beier (17.10.2017 um 16:13 Uhr)
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