DKV-Kanu-Forum  

Forum


Sie sind nicht eingeloggt!
Bitte loggen Sie sich ein oder registrieren Sie sich.


Schnellauswahl


» Ankündigungen
» Kanu-Neuigkeiten
» Feedback & Hilfe
» Paddler-Treff
» Kanuwandern
» Faltboot
» Canadier
» Wildwasser
» Küste
» Ausrüstung
» Sicherheit
» Ausbildung & Training
» Reisen, Routen & Reviere
» Umwelt & Gewässer
» Sonstige Kanu-Themen
» Kanu-Rennsport
» Kanu-Slalom
» WW-Rennsport
» Kanu-Polo
» Kanu-Drachenboot
» Kanu-Freestyle
» Kanu-Marathon
» Outrigger-Canoe





Kontakt

» Foren Regeln
» Haftungsausschluss
» Impressum
» Team
» DKV



Zurück   DKV-Kanu-Forum > Kanu-Freizeitsport > Küste

Antwort
 
Themen-Optionen Ansicht
  #1  
Alt 22.07.2016, 10:20
Udo Beier Udo Beier ist offline
Administrator
 
Registriert seit: 23.01.2007
Beiträge: 1.399
Pfeil Südnorwegische Schären

Ahoi!

Die schwedische Schärenküste – egal ob die West-, Ost- oder Stockholmer Schären – sind ein immer beliebter werdendes Küstenkanuwanderrevier. Nicht minder sehenswert, aber etwas weniger im Gespräch sind die Schären entlang der südnorwegischen Küste (zwischen Kap Lindesnes und Larvik). Ideal als Startpunkt ist Kristiansand. Folgende Touren habe ich dort bislang unternommen:
  • Kristiansand => Larvik (5.-13.6.92 / 254 km)
  • Kristiansand <=> Arendal (2.-10.6.95/182 km)
  • Kristiansand <=> Grimstad (6.-14.6.06/162 km)
  • Kristiansand <=> Kap Lindesnes (nur bis Hille/westl. Mandal gekommen!) (28.5.-5.6.10/162 km)
  • Kristiansand <=> Kap Lindesnes (nur bis Haerholmane/östl. Mandal gekommen, dafür Lillesand/östl. Kristiansand erreicht!) (30.6.-8.7.16/192 km)
https://www.google.com/maps/@58.1693996,8.0751884,70805m/data=!3m1!1e3

Wind- & Wellenschutz


Von den vier Revieren ist das Gebiet zwischen Kap Lindesnes und Kristiansand am anspruchsvollsten. Immer wieder gibt es dort Passagen ohne Wind- & Wellenschutz. Etwas weniger anspruchsvoll ist das Gebiet zwischen Kristiansand und Larvik, da die Schären etwas dichtere zusammen liegen. Danach kommen die westschwedischen Schären. Am „gemütlichsten“ sind die ostschwedischen Schären, wobei die Stockholmer Schären etwas Probleme bei der Wahl der Übernachtungsmöglichkeiten bereiten können, weil sie einfach dichter besiedelt sind. Wer aber die „Gewässerschwierigkeiten“ sucht, findet sie jedoch in jedem dieser 5 Revier, und zwar ab 4-5 Bft. Wind bzw. bei entsprechend einlaufender Dünung und weiter draußen am äußeren Rand der Schären.

Windbedingungen

Bislang, also bis Mitte Juni, gab es nur dann Probleme mit den Gewässerbedingungen, wenn der „Gradientwind“ etwas stärker wehte. Selten briste es mittags auf, weil die Festlandthermik kältere Luft vom Meer her ansaugte (=> „Seewind“). Bei meiner letzten Gruppenfahrt in diesem Jahr von Kristiansand Richtung West war das jedoch ganz anders. Spätestens ab 12 Uhr fing es an von der See her zu blasen und zu wellen, dass meine Teilnehmer sehr schnell einsahen, früh um 5 Uhr aufzustehen, um 7 Uhr zu starten und um 10 Uhr Schluss zu machen, sofern sich eine Trauminsel zum Übernachten anbot. Es machte einfach keinen Spaß, so ab 11 Uhr gegen immer stärker wehenden Wind und gegen immer weißer aufsteilende Wellen anzukämpfen. Bei einem Rückwindkurs sah das natürlich ganz anders aus: wofür wir hin 3 Tage brauchten, schafften wir es zurück an einem Tag. Wer da morgens noch nicht wusste, wie zu surfen ist, beherrschte es am Nachmittag. Wer also ein Starkwindkayaker ist bzw. ein WW IV-Kanute, den können solche Gewässerbedingungen wenig beeindrucken. Allen anderen kann ich jedoch nur empfehlen, seine Tour zumindest entlang der südnorwegischen Küste so zu legen, dass sie spätestens um die Sonnenwende beendet ist.

Übrigens, nicht nur entlang der südnorwegischen Küste erwies sich der „lokal“ abrufbare windfinder.de als recht zuverlässig. Der per SMS-Dienst für ein „Revier“ abrufbare Seewetterbericht von wetterwelt.de prognostizierte dagegen Wind, der stets um 1 – 2 Bft. höher lag … kein Wunder; denn er bezog sich auf den gesamten westlichen Skagerrak und nicht nur auf den Leuchtturm „Oksöy Fyr“ (südl. Kristiansand). D.h. bei Touren sollte in der Ausrüstungsliste das Smartphone vor dem UKW-Sprechfunkgerät stehen (!?); denn letzteres brauchen wir eigentlich nicht, wenn wir mit ersterem die richtigen Windprognose abrufen können und konsequenterweise den Kurs an den zu erwartenden Gewässerbedingungen ausrichten, natürlich unter Beachtung der Leistungsfähigkeit der Mitpaddler

Kartenmaterial

Zur Navigation bieten sich topografische Karten (1:50.000) an; denn die terrestrischen Landmarken sind hilfreicher als die wenigen Seezeichen, die wir auf der Seekarte finden, zumal viele dieser Seezeichen, sofern sie fest verbaut auf Felsen stehen, auch auf der topografischen Karte eingetragen sind. Mit Hilfe der topografischen Karte finden wir auch die engste Durchfahrt zwischen Inseln. Außerdem können wir ihr Stellen entnehmen, die so flach sind, dass sie sich u.U. zum Anlanden oder gar Zelten eignen.

Als Karten kommen u.a. in Frage die Blätter von „Norge 1:50.000 – Topografisk Hovedkartserie)“, und zwar die Blatt-Nr.:
  • 1411 III + II, 1410 IV + I (Kap Lindesnes/Mandal)
  • 511 III + II (Kristiansand/Lillesand)
  • 1611 IV + I (Grimstad/Arendal
  • 1612 II
  • 1712 IV, III + I (Risör/Kragerö
  • 1812 IV, 1813 III (Larvik)
In der Zwischenzeit gibt es jedoch auch noch andere topografische Karten mit etwas besserem Schnitt und aus haltbarerem Papier.

Die Karten, die auf einem GPS-Gerät installiert werden können, dienen weniger der Orientierung (=> exakte Routenplanung), als der Bestätigung, wo wir uns gerade exakt befinden. Dafür liefert das GPS uns zusätzliche Infos z.B. über Kurs, Geschwindigkeit über Grund sowie über die gepaddelte Route (=> Streckenverlauf, Paddelkilometer).

Im Internet frei erhältlich Seekarten (=> Openseamaps) taugen nur dann etwas, wenn sie zugleich topografische Infos enthalten.

Die „Foto-Karten“ von Google-Earth sind recht brauchbar, wenn wir wissen, wo wir etwa Anlanden wollen und nun herausbekommen möchten, wo genau eine geeignete Anlande-/Übernachtungsstelle sein könnte. Letztlich setzt das die Mitnahme eines Notebooks/Tabletts voraus, da das Display eines Smartphones eigentlich zu winzig ist.

Übernachtungsmöglichkeiten

Mit Hilfe der topografischen Karten ist es möglich, potenzielle Übernachtungsplätze zu entdecken. Das setzt entsprechende Erfahrungen und viel Geduld voraus. Einfach zu beschließen, um 16.00 Uhr suchen wir uns einen Platz für unsere Zelte, funktioniert eigentlich nur dann, wenn bloß für 1 Zelt eine Aufstellmöglichkeit gesucht wird. Ansonsten empfiehlt es sich, z.B. wie folgt vorzugehen: Wir geben uns eine Zeit vor, aber der Ausschau nach Biwakplätzen gehalten wird. Dabei paddeln die Kameraden natürlich nicht jeder in eine andere Himmelsrichtung, sondern wir paddeln weiter Strecke, gezielt vorbei an möglicherweise zum Übernachten geeigneten Inseln und schlagen dadurch zwei Fliegen mit einer Klappe: d.h. wir paddeln nicht hektisch im Kreis herum, sondern kommen weiter voran und stoßen in der Regel nach einigen Kilometer auf einen geeigneten Platz.

So sind wir jedoch bei den letzten beiden Touren Richtung Kap Lindesnes nicht vorgegangen; denn dank Matthias Panknins Empfehlung habe ich mir zwei norwegische Bücher von L.Verket angeschafft, die recht vollständig die möglichen Übernachtungsplätze links & rechts von Kristiansand aufzeigen und charakterisieren:
Padleguide for Vest-Agder, 2007, 232 S.; 125 Kartenskizzen
(südnorwegische Küste: Flekkefjord – Kristiansand)
Padleguide for Aust-Agder, 2008, 224 S.; 109 Kartenskizzen
(südnorwegische Küste: Lillesand - Risör)
www.padleguiden.no
www.kuestenkanuwandern.de/revier_a/091005.html
Während der Tour sind wir dann – wenn es Zeit zum Übernachten war - die auf unserer Route liegenden gekennzeichneten Übernachtungsplätze, die vorher alle in die topografischen Karten eingetragen wurden, angelaufen, um diese Plätze daraufhin zu checken, ob sie nicht nur für 1 Zelt geeignet sind. Teilweise waren diese Plätze so „traumhaft“, dass es uns nicht schwer fiel, schon morgens um 10 Uhr die Tagesetappe zu beenden.

Natürlich gibt es immer auch noch die Möglichkeit, ab & an auf öffentlichen Campingplätzen zu übernachten. Auf der topografischen Karte sind diese eingezeichnet!

Eine weitere Übernachtungsalternative bietet der eine oder andere Leuchtturm. Viele norwegische Leuchttürme werden privat betreutet und bieten für ca. 20 €/Nacht/Person einen Schlafplatz à la Jugendherberge, z.B. trifft das für die folgenden Leuchttürme zu:Siehe hierzu auch die folgenden Infos:

www.fyr.no/fyrene/fyrene-sor/aust-agder
www.fyr.no/fyrene/fyrene-sor/vest-agder

Ob jedoch jeder dieser Leuchttürme bei jedem Wetter eine geeignete Anlandestelle für beladene Seekajaks bietet, muss jeder selber überprüfen.

Fährfahrt


Zur Überquerung des Skagerraks bieten sich die Fähren der COLORLINE an (Hirtshals <=> Kristiansand bzw. Larvik). Die Mitnahme der Seekajaks auf dem Autodach macht keine Probleme. Melden wir die Seekajaks als Boote an, werden sie nach der Länge berechnet und kosten so viel wie ein PKW (zzgl. Einzelticket für den Kanuten). Werden die Tickets beim Reisebüro zu Hause gebucht, könnten wir versuchen, die Kajaks als „Fahrrad“ zu deklarieren. Wenn dann nur 2-3 Leute mit ihren Seekajaks auf dem Bootswagen im Fährhafen auftauchen, dann wird meist ein Auge zugedrückt, bei 6 Leuten kann das schon anders aussehen. Wenn der Start/Zielort Kristiansand ist, kommt die Überfahrt per PKW und 3 Seekajaks auf dem Dach kaum teurer. „Versuch macht klug!?“ „No risk noch problems!?“


Gruß aus Hamburg:
__________________
Udo Beier

Geändert von Udo Beier (22.07.2016 um 10:57 Uhr)
Mit Zitat antworten
  #2  
Alt 01.08.2016, 20:01
Udo Beier Udo Beier ist offline
Administrator
 
Registriert seit: 23.01.2007
Beiträge: 1.399
Pfeil Literatur & Kartenmaterial Südnorwegen

Ahoi!

Im Folgenden wird eine Literatur- & Kartenübersicht zum Thema Südnorwegische Küste gebracht:

Beier,U., Norwegens Südküste (Von Kristiansand bis Larvik)
in: Kanu-Life 8-9/93, S.38-45; vgl. auch: Seekajak 49/95, S.37-42.

Beier,U., Inselhüpfen (Eine Seekajaktour entlang der südnorwegischen Küste)
in: Nordis 4/97, S.40ff.; vgl. auch: Seekajak 64/98, S.,33-37.

Beier,U., Many Roads Lead to Bergen (A 7-day sea-kayak tour along the Norwegian coast)
in: Ocean Paddler, 1/98, S.38-40.

Scadock,E., Südnorwegen (Von Larvik durch die Schären)
in: Seekajak 75/00, S.16-17;
=> www.kuestenkanuwandern.de/revier_a/040927_b.html

Siepmann,V., Telemark mit dem Kajak (Ostertour im Skagerrak (Norwegen)
in: Kanu Sport 03/02, S.15-17.

Ohlsen,T., Mit dem Kajak im Skagerrak (Von Göteborg bis Kristiansand)
in: Seekajak 84/02, S.62-64.

Scadock,E., Südnorwegen für Gemütliche (Kristiansand – Lista: 260 km in 2 ½ Wochen)
in: Seekajak, 93/04, S.34-37;
=> www.kuestenkanuwandern.de/revier_a/040927_b.html

Hinrichs,M., Anziehende Gegensätze (Südwestnorwegische Küste: Stavanger – Kristiansand)
in: Yacht 10/05, S.30-37;
=> www.kuestenkanuwandern.de/revier_a/050504_c.html

Ohlsen,T.u.N., Kristiansand – Bergen (Lückenschluss per Achterbahn)
in: Seekajak 101/06, S.46-51;
=> www.kuestenkanuwandern.de/revier_a/060509_d.html

Scheidt,H., Schwedens Westküste – Norwegens Südküste
in: NV.Navigator 1/06;
=> www.kuestenkanuwandern.de/rdevier_a/060702.html

Uhlemann,A., Der Tag zum Abwettern kommt bestimmt (Eine Reise durch Süd-West Norwegen) (Stavanger – Korsfjorden u. retour)
in: Seekajak 104/06, S.52-57;
=> www.kuestenkanuwandern.de/revier_a/061216_a.html

Allen,J., Sea Kayak Scandinavia II: Kristiansand to Stavangar
in: Ocean Paddler 11/08, S.34-39 – www.oceanpaddlermagazine.com

Köhler,E. (& Höfer,S.), Bergen – Göteborg (Norwegen/Schweden)
=> http://koordinaten.tumblr.com/ o. www.baltic-surge.de
=> www.kuestenkanuwandern.de/revier_a/140722.html

Beier,U., Skagerrak: Wind & Strömungen
aus: Scheidt,H.: Schwedens Westküste – Norwegens Südküste;
und: Cassens,H.: Historische Bezeichnungen in Seekarten
in: NV.Navigator 1/06
=> www.kuestenkanuwandern.de/revier_a/060702.html

Verket,L., Zeltmöglichkeiten an der norwegischen Südküste
(von Flekkefjord über Kristiansand bis Risör)
=> www.padleguiden.no
=> www.kuestenkanuwandern.de/revier_a/091005.html

Kartenmaterial (topographisch):

z.B. „Norge-serien“ (1:50.000) – www.norge-serien.no (je 20,- €/Blatt)
(Hinweis: Gedruckt wird auf einem wasserfesteren Papier, welches jedoch nicht so präzise Angaben zulässt!)

Kartenblatt-Nummern von West nach Ost:
10004 (Kap Lindesness (?))
10005 (Sirdal)
10001 (Farsund)
10002 (Kristiansand)
10003 (Lillesand)
10007 (Arendal)
10011 (Gjerstad)
10012 (Larvik (?))
Gruß aus Hamburg:
__________________
Udo Beier

Geändert von Udo Beier (02.08.2016 um 09:52 Uhr)
Mit Zitat antworten
Antwort

Lesezeichen

Themen-Optionen
Ansicht

Forumregeln
Es ist Ihnen nicht erlaubt, neue Themen zu verfassen.
Es ist Ihnen nicht erlaubt, auf Beiträge zu antworten.
Es ist Ihnen nicht erlaubt, Anhänge hochzuladen.
Es ist Ihnen nicht erlaubt, Ihre Beiträge zu bearbeiten.

BB-Code ist an.
Smileys sind an.
[IMG] Code ist an.
HTML-Code ist aus.

Gehe zu

Ähnliche Themen
Thema Autor Forum Antworten Letzter Beitrag
Schären als Küstenanfänger? bzw. Alternative zum Dalsland gesucht corax Reisen, Routen & Reviere 5 25.06.2016 17:35
Ostschwedische Schären Udo Beier Küste 4 17.04.2016 13:33
Schwedische Schären: Link-Liste Udo Beier Küste 0 11.04.2013 15:53


Alle Zeitangaben in WEZ +1. Es ist jetzt 20:59 Uhr.


Powered by vBulletin® Version 3.8.11 (Deutsch)
Copyright ©2000 - 2018, vBulletin Solutions, Inc.