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  #1  
Alt 09.10.2017, 16:03
Udo Beier Udo Beier ist offline
Administrator
 
Registriert seit: 23.01.2007
Beiträge: 1.327
Frage Handout: Grundlagen Seekajak

Ahoi!

Lars Everding (DKV Küstenreferent Ressort Ausbildung) hat wohl kein „Handbuch“, aber ein „Handout“, also eine kleine, 21-seitige Broschüren herausgebracht, und zwar zum Thema Küstenkanuwandern:

„Handout Grundlagen Seekajak“

Diese Broschüre kann seit dem 4.7.17 von der Homepage der „Kanuabteilung des Post SV Bonn“ downgeloaded werden:

=> https://www.kanu-postsvbonn.de/handout-seekajak/

Die folgenden Themen werden u.a. auf 12 Seiten angesprochen:
0. Sicheres Seekajak
1. Packen und Trimmen des Bootes
2. Navigation auf Tidengewässer, Gezeitenplanung
3. Wetterdaten
4. Tourenplanung
5. Persönliche Skills
6. In der Gruppe
7. Auf dem Wasser
8. Schlüsselkompetenzen für eine gute Paddeltechnik (aktives Sitzen, Kraftschluss zum Boot, Oberkörperrotation/Beinarbeit, Edging and Leaning, C to C)
9. Rettungstechniken
10. Schlepptechniken
11. Der Seenotfall
Anschließend wird quasi als Wiederholung, Ergänzung bzw. zur Vertiefung in 10 Anlagen u.a. auf Folgendes eingegangen:

A1: Begriffsbestimmungen (zum Gezeitenverlauf wie z.B. MHW, MNW, MTH)
A2: 12er-Regel (Bestimmung des Wasserstandes während einer 6-stündigen Tide)
A3: Schwimmende Schifffahrtszeichen (Lateral-, Kardinal-Zeichen u.a.)
A4: Signale auf dem Wasser (Handsignale für Warten, Kommen, Notfall u.a.)
A5 Ausrüstung (eines Seekajaks bzw. Kanuten) (muss, empfohlen, möglich, abzuraten)
A6: Paddeltechnik: Schlüsselkompetenzen
A7: Skegeinsatz (Bootstrimm mit Skeg)
A8: Hypothermie (Kälteschock, Unterkühlung; Vorbeugung, 1-10-1-Prinzip)
A9: CPR (Cardio-Pulmonale-Reanimation) (Wiederbelebung)
A10: UKW-Seefunk (Anrufe/Meldungen/Kanäle/Wetterbericht)

Für jeden Themenpunkt ist maximal eine Seite vorgesehen. Ob das reicht, um die vom Autor gemachte „Auslobung“:
„Alle Einsteiger-Informationen zum Seekajaken –
als Essentials kurz und kompakt auf den Punkt gebracht.“
als zutreffend zu bestätigen, muss jeder selber prüfen. Letztlich hängt es davon ab, welche Kanuten wir den „Einsteigern“ zurechnen und was wir von „Einsteiger-Informationen“ bzw. „Essentials“ erwarten.

In Anbetracht dessen, dass spätestens seit der Gründung der Salzwasserunion (SaU) (1985) genügend über das Thema Seekajakfahren, Seekajaken, Seakayaking, Oceanpaddling, Küstenkanuwandern …. geschrieben wurde und wird, fragen ich mich jedoch, welche Relevanz ein solches „Handout“ hat, das die Grundlagen des Küstenkanuwanderns so kurz und kompakt zusammenfasst, dass letztlich nur Stichpunkte übrigbleiben.

Der Autor scheint aber das wohl so gewollt zu haben; denn:
  • für jedes der 12 ausgewählten Themen wird nur ca. ½ Seite vorgesehen, wobei die andere Seitenhälfte den Notizen des Lesers vorbehalten sind
  • und in den Anlagen werden jeweils auf maximal einer Seite vertiefende Informationen zu den einzelnen bzw. zu weiteren Themen aus der Literatur aufgeführt.
Eine solche Darstellungsweise könnte „fachdidaktisch“ begründet werden und ist auch okay, solange darunter nicht die inhaltliche Aussage leidet. Leider gelingt es dabei dem Autor nicht immer, aus der Fülle an Grundlageninfos, die in der Literatur (inkl. Internet) zu finden sind, die relevantesten Aussagen für „Einsteiger“ herauszufiltern. Vielleicht hätte er aber auch einfach nur jedem Themenblock eine ganze Seite einräumen müssen, um die Chance des Lesers zu erhöhen, aus dem größeren Umfang an Aussagen praktisch relevante Inhalte zu „saugen“!?

Das gilt z.B. nicht nur für das erste Thema „Sicheres Seekajak“, in dem gleich im erstem Satz folgende Aufzählung zu lesen ist:

„Ein sicheres Seekajak ist über folgende Anforderung definiert: unsinkbar, … „

Ja, diese Anforderung von der „Unsinkbarkeit“ hatte noch Mitte der achtziger Jahre seine Richtigkeit, obwohl sie damals schon von jedem Wanderkajak, WW-Kajak, Langeiner und „Eskimokajak“ erfüllt wurde. Nein, das typische für ein Seekajak in Sachen Unsinkbarkeit ist nicht die Erfüllung der Unsinkbarkeit an und für sich, nämlich durch zwei Spitzenbeutel, sondern durch den Einbau von mindestens zwei Abschottungen; denn erst diese ermöglichen es, ein solchermaßen ausgerüstetes Kajak nach einer Kenterung weit draußen fernab der Küste auch wieder zu lenzen und fahrtüchtig zu machen, d.h. erst mit der „mindestens doppelten Abschottung“ wird das erste Kriterium erfüllt, das - Sit-on-Top-Kajaks mögen hier ausgenommen sein - aus einem Kajak ein Seekajak macht. Fazit: Der Autor täte gut daran, in seinem Handout das Wort "unsinkbar" durch den in Klammern gesetzten Hinweis (mind. doppelte Abschottung) zu ergänzen.

Gruß aus Hamburg:
__________________
Udo Beier

Geändert von Udo Beier (11.10.2017 um 14:21 Uhr)
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  #2  
Alt 09.10.2017, 23:28
Schlumi Schlumi ist gerade online
Erfahrener Benutzer
 
Registriert seit: 26.02.2008
Beiträge: 360
Standard Kurzinfo Seekajak

Hallo Udo!
Das wichtigste Problem, das hier garnicht - und sonst selten angesprochen wird - ist die Kondition. Für mich ist die sicherste Vorbereitung das Ausdauertraining. Fehler machen meistens die "müden" Paddler. Ermüdung führt zu Unachtsamkeiten, die dann zu Kenterungen führen können. Oft hilft dann nicht die erlernte Technik. - Die meistens "kopfgesteuerten" Ausbilder gehen immer davon aus, dass unser Sport in Gruppen betrieben wird. Du warst bestimmt schon einmal an einem "passenden" Freitag in Schlüttsiel...neben den Gruppen starten auch viele Solopaddler mit einer Superausrüstung....denen helfen die Erkenntnisse: "Nur einer hat das Sagen"...sie sind der Eine , nicht.
Noch etwas: EIN Fahrtenleiter....für Extremfälle, die immer eintreten können, ist zu wenig. Bei mehr als 4 Teilnehmern übernehmen Frauke und ich nur gemeinsam solche Aufgaben (übrigens wir machen das nicht kommerziell). Wenn einer "schwächelt" kann und muss sich der andere in Extremsituationen um die anderen kümmern.
Richtig Udo: ich habe keinen Schein (Ausrede: altersbedingt!) Frauke hat eine Trainerausbildung....trotzdem gibt es wohl kaum jemand, der mehr Erfahrung im Küstenpaddeln hat als wir beide. Jetzt widerlege meine Argumente...ich kann damit leben...lerne gerne von Dir, nutze aber genau so viel meine Erfahrung.
Gruß
Schlumi
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  #3  
Alt 12.10.2017, 16:00
Udo Beier Udo Beier ist offline
Administrator
 
Registriert seit: 23.01.2007
Beiträge: 1.327
Cool Es gilt das geschriebene Wort

Ahoi!

Schlumi hat in seinem Post #2 zurecht erkannt, dass eine wichtige Vorbedingung für sicheres Küstenkanuwandern, nämlich die "Kondition", in dem "Handout Grundlagen Seekajak" von Lars Everding gar nicht angesprochen wird. Zumindest konnte auch ich dieses Stichwort, das in keiner Checkliste zum Küstenkanuwandern fehlen sollte, nicht finden. Das heißt natürlich nicht, dass L.E. bei der Auswahl der Teilnehmer seiner Kurse keinen Wert auf deren Kondition legt, aber in einem "Handout", welches ansonsten von der Form her recht vollendet wirkt, dürfte es eigentlich nicht unerwähnt bleiben. Warum? Nun, dazu habe ich - da ich diesen Punkt ebenfalls für sehr wichtig halte - hier im KANU-FORUM einen extra Thread eröffnet:

http://kanuforum.de/showthread.php?t=19033

Hier erwähnenswert halte ich jedoch die von Schlumi zum Schluss seines Posts gemachte Aussage:

"... es gibt wohl kaum jemand, der mehr Erfahrung im Küstenpaddeln hat als wir beide." (Anmerkung: Mit "wir" meinte er sich selber und seine Partnerin Frauke)

Ja, das sind mutige Worte, deren Aussagekraft erst deutlich wird, wenn geklärt wird, wie "Erfahrung" objektiv gemessen wird. Meint Schlumi damit:
  • dass er & Frauke die meisten Kilometer auf dem Meer gepaddelt sind?
  • dass sie die meisten Gruppenfahrten auf dem Meer veranstaltet haben?
  • dass sie dabei die kritischsten Gewässerbedingungen überstanden haben?
  • dass sie die verschiedensten Küstenreviere gepaddelt sind?
  • dass sie die meisten Jahre schon unterwegs auf dem Meer sind?
  • dass sie die ihren Fahrten bzw. Kurs die meisten Fehler gemacht haben und somit daraus die meisten Erfahrungen sammeln konnten?
  • dass kein anderes Pärchen gemeinschaftlich als Paar das geleistet haben, was Schlumi & Frauke bislang für die Community getan haben?
Nun, Schlumi, bleib auf dem Teppich!

Gruß aus Hambug:
__________________
Udo Beier

Geändert von Udo Beier (12.10.2017 um 21:43 Uhr) Grund: Ergänzung "Lernen aus Fehlern"
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  #4  
Alt 13.10.2017, 01:21
Schlumi Schlumi ist gerade online
Erfahrener Benutzer
 
Registriert seit: 26.02.2008
Beiträge: 360
Standard Erfahrungen mit Küstenkajakfahren!

Hallo Udo!
Deine Fragen sind berechtigt...obwohl Du eigentlich weisst, was wir hier eingebracht haben.
Wir fahren oft mit mit "Neulingen" auf der Nordsee. Z.B. Deine Tour "rund Langeness" haben wir schon vor ca 30 Jahren als Verbandsfahrt angeboten.(Frage einmal bei denKlausdorfern nach.
Im Kanusport findest Du auch einen Bericht über die "Unvollendete"...eine Vereinsfahrt nach Hilligenley.
Wir nehmen immer - auch ohne Honorar - DKV-Mitglieder mit in das Wattenmeer. Frage einfach einmal bei den Kapitänen der "Seeadler" und der "Rungholt" nach.
Im letzten Jahr waren wir mit einem Vereinsmitglied auf einer Wochendtour nach Amrum ...mit dem Wunsch die "Pallas" zu sehen.....das klappte nicht.- Eigentlich sollte ich schon lange einen Bericht über diese Tour publizieren...bei der es um das "Eingemachte" ging.
Du siehst, ich bleibe auf dem Teppich....den Du mir netterweise "ausrollst".
Nichts für Ungut...so sind wir eben beide......soll ich sagen "Querköpfe"....gut, dass es noch solche gibt.
Gruß
Schlumi
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  #5  
Alt 14.10.2017, 22:12
schwimmwart2 schwimmwart2 ist offline
Benutzer
 
Registriert seit: 09.08.2010
Ort: March / Holzhausen
Beiträge: 48
Standard Wenn einem nichts Neues mehr einfällt

Ja, was nicht aus Herrn Beiers Feder ist kann nicht gut sein. Dies ist nun wahrlich der Offenbarungseid eines in Verharrung gefangenen Dinosauriers. Wer hört sich das noch an oder liest das noch. Dieses Unterforum ist nur noch eine "Einmann-Show".

Seekajak-Fahren ist Sport und nicht die hundertfach wiederholte Vorlesung.
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  #6  
Alt 15.10.2017, 23:14
Kan(g)oo Kan(g)oo ist offline
Neuer Benutzer
 
Registriert seit: 01.11.2012
Ort: Berlin
Beiträge: 16
Standard Viel Lärm um nichts

Ich meine, dass man nicht so viel Gedöns um dieses "Handout" machen muss.


In meinen Augen ist es eine Art Leitfaden der als Orientierung und Gedankenstütze z. B. anlässlich eines RST, A-Kurs der SaU oder anderen Möglichkeiten zur Seekajakausbildung dienen kann und erst durch den direkten Kontakt mit einem anleitenden Ausbilder und der Kommunikation unter den Kursteilnehmern zum Leben erweckt wird.


Allein das kritisierte Beispiel des "unsinkbaren Seekajaks" zeigt ja gerade die im Rahmen der Ausbildung notwendige Diskussion und Beschäftigung mit geschotteten Feststoffbooten, leinenlosen SurfSkis, Faltbooten und den mit Auftriebskörpern ausgestatteten Skin-on-Frames welche durch Seesocken lenzfähig ausgestattet werden können.


Selbst die einfache und wie selbstverständlich erscheinende Erwähnung der "Toggle" wäre unkommentiert nicht ausreichend und bedarf weiterer Erläuterung. Tragen, Ziehen, Festhalten, da könnte bei einem schlank zulaufendem SoF vielleicht auch eine traditionelle Verdickung in Hühnereigröße, an der Finger auch bei Drehung des Bootes nicht geklemmt werden können zur Diskussion gestellt werden.


Also, das Handout kann hilfreich sein. Augen auf und immer schön Notizen machen.


Gruß
Jens


Dringender wäre hier ein "Handout" zum Setzen von komfortablen und erkennbarenLinks ...
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  #7  
Alt 16.10.2017, 08:18
haubentaucher haubentaucher ist offline
Erfahrener Benutzer
 
Registriert seit: 22.05.2013
Ort: Nähe Loreley
Beiträge: 504
Standard

Zur Planung wird abschließend gesagt:
"Kennzeichne die alternativen Anlandemöglichkeiten um im Notfall die Tour abzubrechen. Denke an den Wind- und Strömungsversatz. Plane ausreichende Pausen."
Wer das beherzigt, der sollte keine Probleme mit seiner Kondition kriegen, die dann zu einem Sicherheitsrisiko für ihn werden.

zur Tide heißt es: "Die Tide ... bei uns an der deutschen Nordseeküste ... hat einen sinusförmigen Verlauf."
Dass das bei Lars an der Nordseeküste so ist, stelle ich nicht in Abrede, denn er wird sein Revier kennen.
An anderen Stellen ist das aber völlig anders, wo der Tidenverlauf kaum noch an einen Sinus erinnert. Ein besonders prägnantes Beispiel ist der Tidenverlauf bei 'Hoek van Holland', wo man lange vor Niedrigwasser eine (fast) Stillwasserphase haben kann, bevor dann mit erneuten Einsetzen eines leichten Neerstroms endlich Niedrigwasser erreicht wird.

Dann gibt es Orte, wo ein starker Strom innerhalb einer viertel Minute kentert, wie berüchtigterweise vor Oostvlieland. An den Wasserständen kann man das dort nicht ablesen. Wasserstände können zwar ein Hinweis auf Strom sein, sind je nach Örtlichkeiten aber zu wage. Das Bsp. Oosvlieland zeigt das. Der Strom speist sich aus großen Wattenflächen, deren Priele vor Oosvlieland zusammenlaufen, durch ein dort sehr schmales Priel gepresst werden und schließlich nördlich ins Seegatt münden.

Ein hoffentlich nicht zu verbreitete, aber sehr irrige Annahme ist die, dass nach HW der Strom wenigstens in etwa entlang der Priele läuft - was er natürlich nicht tut und nicht kann. Die Priele sind zu dem Zeitpunkt überflutet und der Strom verläuft anfangs, teils sogar einige Stunden quer zu manchen Prielen.

In einem stark motorisierten Boot wird man davon wenig merken, aber gerade mit begrenzten Ressourcen beim Antrieb sollte man sich nicht auf sein Gefühl und sein Glück verlassen, sondern einen Stromatlas und Tidenkalender zusammen nutzen. Die Wasserstandsangaben im Tidenkalender sind wichtig für die Schiffahrt, aber für den Kanuten zählen stärke und Richtung des Stroms mehr. So einen Stromatlas kann man viele Jahre nutzen, was die Anschaffung weniger schmerzlich gestaltet.

Gruß, Chris
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  #8  
Alt 17.10.2017, 11:33
Udo Beier Udo Beier ist offline
Administrator
 
Registriert seit: 23.01.2007
Beiträge: 1.327
Unglücklich Gedöns!?

Ahoi!

Jens (Kan(g)oo) meint in Post #6, „nicht so viel Gedöns um dieses „Handout Grundlagen Seekajak“ (zu) machen“. Aber wo können wir uns kritisch mit einem solchen Ausbildungstext – wie z.B. dem von Lars Everding (L.E.) - auseinandersetzen, wenn nicht in einem Forum von interessierten Kanuten. Ich sehe daher in Jens etwas flapsiger Wortwahl den Versuch, eine Diskussion darüber im Keim zu ersticken. Warum? Vielleicht interessieren ihn solche Grundlagentexte nicht sonderlich, letztlich weil er schon lange weiß, auf was alles er beim Küstenkanuwandern zu achten hat?! Mir geht es da anders. Schon seit dem letzten „Jahrtausend“ interessiert mich das Thema „Küstenkanuwandern & Ausbildung“. Ich suche seitdem nach Anregungen, um den Ausbildungsstand der am Küstenkanuwandern interessierten Leuten zu erhöhen.

Das war auch der Grund, warum ich mit großem Interesse diesen ersten (?) im Internet abrufbaren Ausbildungstext von L.E. zur Kenntnis genommen habe. Mein Interesse war u.a. deshalb so groß, weil zum einen dieses „Handout“ recht formvollendet gestaltet ist und zum anderen, weil L.E. mit dem Hinweis darauf, dass er in einer Person:
  • Kanulehrer DKV
  • Ausbilder Salzwasserunion
  • DKV Küstenreferent Ressort Ausbildung
ist, wohl den Eindruck erwecken möchte, dass er über besondere Fachkompetenz in dieser Kanusparte verfügt …. oder wie sonst ist es zu verstehen, dass er am Ende einer jeden Seite seines Handouts auf sich und seine Posten verweist:
„lars everding – kanulehrer dkv – ausbilder salzwasserunion“.
Insofern war ich beim Durchlesen dieses Handouts etwas enttäuscht. Nach mehreren Jahren Tätigkeit z.B. als „DKV Küstenreferent Ressort Ausbildung“ ist L.E. mit diesem ersten Ausbildungsbeitrag zum Thema Küstenkanuwandern kein großer Wurf gelungen. Das soll aber nicht heißen, dass seine Texte fehlerhaft sind, wohl aber, dass die Erläuterungen zu einzelnen Themenkomplexen zu knapp gehalten sind. L.E. verfügt sicherlich über ein umfangreiches Grundlagenwissen. Aber das reicht nicht. Wir Ausbilder müssen auch in der Lage sein, auf die wesentlichsten Inhalte hinzuweisen, d.h. um mit den Worten von L.E. zu sprechen: „Alle Einsteiger Information … als Essentials kurz und kompakt auf den Punkt (bringen).“ Das hat Schlumi in seinem Post #2 sehr gut erkannt, als er Folgendes beim dem „Handout“ reklamierte:
„Das wichtigste Problem, das hier gar nicht - und sonst selten - angesprochen wird, ist die Kondition. Für mich ist die sicherste Vorbereitung das Ausdauertraining. Fehler machen meistens die "müden" Paddler. Ermüdung führt zu Unachtsamkeiten, die dann zu Kenterungen führen können. Oft hilft dann nicht die erlernte Technik.“
Chris (haubentaucher) kontert nun in seinem Post #7 und hält dagegen, das L.E. sehr wohl an anderer Stelle auf das Problem mangelhafter Kondition eingeht. Dabei verweist er auf die folgende Aussage, die L.E. in seinem 4. Punkt „Tourenplanung“ abschließend macht:
„Kennzeichne die alternativen Anlandemöglichkeiten, um im Notfall die Tour abzubrechen. Denke an den Wind- und Strömungsversatz. Plane ausreichende Pausen.“
Und kommentiert das wie folgt:
„Wer das beherzigt, der sollte keine Probleme mit seiner Kondition kriegen, die dann zu einem Sicherheitsrisiko für ihn werden."
Nun, die Punkte „alternative Anlandemöglichkeiten“, die Beachtung von „Wind- und Strömungsversatz“ und „ausreichende Pausenplanung“ sind drei hinreichende Bedingungen, wenn ein Fahrtenleiter seine Gruppe nicht konditionell überfordern möchte. Da aber nie ausgeschlossen werden kann:
  • dass die eingeplanten Anlandemöglichkeiten mal nicht so leicht erreichbar sind,
  • dass es plötzlich Probleme mit Wind, Strom und letztlich Seegang geben kann, bei der einzelne an ihre persönlichen Befahrbarkeitsgrenzen (Kondition & Können) stoßen,
  • dass eine plötzliche Erhöhung der Gewässerschwierigkeiten die Pausenplanung durcheinander bringen kann,
stellt u.a. genügende Kondition eine notwendige Bedingung für das Küstenkanuwandern dar, auf die eigentlich nur verzichtet werden kann, wenn ich bei unschwierigen Gewässerbedingungen entlang z.B. der Ostseeküste paddle, und das auch nur dann, wenn ich sicher bin, jederzeit bei Problemen sofort & sicher anlanden zu können!

Natürlich weiß das auch L.E. Auf der Homepage seines Vereins bietet er z.B. „für die kommende Winterzeit … am Donnerstag weiterhin ein regelmäßiges Trainingsangebot für Langbootfahrer (Seekajak/Touring) an.“

https://www.kanu-postsvbonn.de/neuer...kajak-touring/

bei dem das „Strecke Paddeln“ einen zentrale Bedeutung einnimmt. Leider versäumt er es, diesen Punkt in sein „Handout“ mit aufzunehmen.


Mit dieser meiner Kritik will ich nicht L.E. bloßstellen oder – wie es Frank Steinauer (Schlumi) im SEEKAJAKFORUM ausdrückt – die mir nachfolgende „neue Ausbilderelite ausbremsen“, sondern ich will ihm nur helfen, sein „Handout“ aussagekräftiger zu machen. Natürlich könnte ich ihm meine Ergänzungsvorschläge persönlich zuleiten. Ich habe aber die allgemeine Erfahrung gemacht, dass das vielfach nichts bewirkt. Außerdem vertrete ich die Auffassung, dass der Leser z.B. eines solchen „Handouts“ erst dann die Relevanz der dort gemachten Aussagen erkennt, wenn er kritische Kommentare zu diesem „Handout“ liest.

Gruß aus Hamburg:
__________________
Udo Beier

Geändert von Udo Beier (18.10.2017 um 11:05 Uhr)
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  #9  
Alt 17.10.2017, 13:25
walfreund walfreund ist offline
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Registriert seit: 20.06.2007
Ort: Essen
Beiträge: 89
Standard

Hallo zusammen,
wahrscheinlich haben alle hier zunächst gute Intentionen beim Bewerten dieses Pamphlets, ich stelle mir allerdings zu Recht die Frage(n):
  • wurde dieses "Handout" vielleicht nur erstellt, um im eigenen Verein Seekajakausbildung zu begleiten (in diesem Fall PostSV Bonn)
  • ist die Zielgruppe daher eventuell gar nicht die ganze Welt (leider per Google zugeschaltet)
  • haben die "Titel" des Autors den Weg in dieses Handout über den Folienmaster gefunden
Oder wie der Franzose sagen würde "on se disput pour rien".

Grüße,
Christian
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  #10  
Alt 17.10.2017, 20:37
Kan(g)oo Kan(g)oo ist offline
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Ort: Berlin
Beiträge: 16
Standard Speisekarte versus Kochrezept

Zitat:
Zitat von Udo Beier Beitrag anzeigen
Ahoi!

Jens (Kan(g)oo) meint in Post #6, „nicht so viel Gedöns um dieses „Handout Grundlagen Seekajak“ (zu) machen“. Aber wo können wir uns kritisch mit einem solchen Ausbildungstext – wie z.B. dem von Lars Everding (L.E.) - auseinandersetzen, wenn nicht in einem Forum von interessierten Kanuten. Ich sehe daher in Jens etwas flapsiger Wortwahl den Versuch, eine Diskussion darüber im Keim zu ersticken. Warum? Vielleicht interessieren ihn solche Grundlagentexte nicht sonderlich, letztlich weil er schon lange weiß, auf was alles er beim Küstenkanuwandern zu achten hat?!

Moin Udo,

wahrscheinlich sind diese teilausgefüllten Notizblätter überhaupt nicht zum unbetreuten Konsum gedacht.

Wenn das Dokument bei irgendeinem Küsten- und Hauptstadtfernen Postsportverein frei zugänglich ist, dient es vielleicht nur zum Anfüttern der ortsgebundenen Vereinsmitglieder. Der dortige Ausbilder wird seine Pappenheimer schon im Auge haben und das Thema "alte staubige ungeschottete Boote" wird ohnehin regelmäßig wieder in direktem zwischenmenschlichen Kontakt auf den Tisch kommen.

Wohlmöglich lagern die gefährlichen Dokumente in anderen Vereinen vor fremden Blicken gut geschützt als Geheimsache mit schräg gestellten Aufdruck "Nur für den Ausbildungs-Dienstgebrauch".

Ich gehe halt anders an solche Dinge und Dokumente heran.

Versetze mich also in die Lage eines Seekajakanfängers, finde mich bei einer Einführungsveranstaltung zum Seekajak ein, nehme irgendein "Handout" entgegen und sehe auf den ersten Blick Leerzeilen für Notizen. Erkenne also, der Text kann ganz offensichtlich nicht vollständig sein und nicht die absolute Wahrheit vermitteln. Darauf stelle ich mich ein, höre zu, frage, diskutiere und notiere.

Schon ab hier ist aus meiner Sicht jegliche Kritik an dem Leitfaden fast sinnlos. Mal sehen was kommt.
Da liegen also jede Menge schicke meist handelsübliche bunte Bötchen mit Deckeln, Leinen und TodundTeufel. Etwas abseits bereitet ein etwas älterer Paddler sein Boot vor. Völlig untauglich das Boot, irgendwas aus Leisten und Stoff, spätestes jetzt wird der Umgang mit ungeschotteten Booten diskutiert. Wenn nich, dann halt ein anderes Mal, solange bin ich als Neuling mit den farbenfrohen Booten vollauf ausgelastet und freue mich, meine Finger nicht am Toggle eingeklemmt zu haben. Die Frage der Seillänge (ein Seilstrang oder zwei?) über den Bug hinaus ohne dass er im Wasser hängt aber lang genug um mir bei rotierendem Boot nicht die Hand aus der Jacke zu reißen wird mich ohnehin noch lange beschäftigen ...

Das einzig Verwerfliche was man Lars ankreiden könnte, ist, dass er es nicht geschafft hat die abzuarbeitenden Punkte auf übersichtliche 10 Punkte komprimiert zu haben Ging ja bei den Anlagen auch, irgendwie kriegt man das doch fast immer hin.

Apropos Anlagen, z.B. Anlage 5, hier wird die "Unsinkbarkeit" bezüglich Seesocke usw. näher erläutert.

Und apropos "Grundlagentexte", immer wieder gerne, Texte in denen versucht wird Themen wie z.B. Volumen oder Sitzhalt zu objektivieren empfehle ich immer wieder gern, gehe aber davon aus, dass der Einzelne im Hinblick auf seinen persönlichen Bedarf solche Papiere kritisch liest. Versteht nicht Jeder, so Manchen bringt's auf die Palme.

Wie heißt es so schön? "Nicht das Boot, der Paddler macht's", also: "Nicht das Handout macht's sondern der Ausbilder."

Gruß
Jens
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